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Nie wieder Meister!

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reddevil
Admin

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Nie wieder Meister!

by: reddevil at 03.09.2010 15:52:37

Es war eine Frage, die kommen musste. Am letzten Samstag waren Martin Amedick und Srdjan Lakic, Spieler des 1. FC Kaiserslautern, zu Gast im ZDF-Sportstudio und wurden von Moderator Wolf-Dieter Poschmann mit der erwartbarsten aller Fragen konfrontiert. Ob denn der FCK nun wieder Meister werde! Das sei den Pfälzern - Überraschung! Surprise! - ja 1997 auch schon mal gelungen. Amedick und Lakic lächelten nur milde und wiegelten routiniert ab.

Dem Zuschauer daheim vorm Bildschirm - in diesem Falle mir - wurde derweil klar, wie realitätsfern eine solche Frage heute wirkt. Nicht nur weil der damalige Durchmarsch als Aufsteiger zum Meistertitel auch dem Umstand geschuldet war, dass der FCK auch die Saison im Unterhaus mit einer gut ausgerüsteten Erstligatruppe bestritten hatte. Sondern auch, weil heute ein solcher Coup im Gegensatz zum Jahre 1997 völlig undenkbar scheint.

Volksmund: "Geld schießt keine Tore"

Warum ist das so? Es gibt zumindest ein paar Indizien, warum Teams wie Frankfurt, Hannover, Köln und erst recht Klubs wie Kaiserslautern, Freiburg oder Mönchengladbach heute schlicht nicht mehr Meister werden können. So hat sich seit 1997 die Zahl der für den Gewinn des Meistertitels in Frage kommenden Teams noch einmal deutlich reduziert. Schuld daran ist natürlich vor allem die noch einmal deutlich gewachsene Dominanz des FC Bayern München, der seit dem Lauterer Triumph acht von zwölf Meisterschaften abgeräumt hat, nur jedes dritte Jahr durfte die Konkurrenz ran. Zum Vergleich, zuvor hatten die Münchner immerhin 18 Spielzeiten für 8 Titelgewinne benötigt. Noch aussagekräftiger für die weiter auseinander gegangene Schere sind jedoch die Kandidaten für die Plätze zwei und drei. Da war es zuletzt 1999/2000 der TSV 1860 München, der mit vergleichsweise geringem Etat unter die ersten Drei kam, ansonsten herrschte eine Monokultur aus Bremen und Schalke, hin und wieder gestört von kurzfristigen Stuttgarter oder Dortmunder Höhenflügen.

Nun spricht der Volksmund "Geld schießt keine Tore". Eine Weisheit, die vielleicht für die erste Runde des DFB-Pokals gelten mag und für das erste Auswärtsspiel der Mainzer in Wolfsburg - auf lange Sicht haben nur noch die Klubs mit den höchsten Etats realistische Aussichten auf die Meisterschale. Wobei die deutschen Verhältnisse trotz der inzwischen sichtbaren Zweiteilung der Liga immer noch vergleichsweise kommod sind. Da wäre England mit seiner zementierten Dominanz der "Big four", der vier Klubs Manchester United, FC Chelsea, FC Arsenal und FC Liverpool, die zuletzt durch die Blackburn Rovers gestört wurden - im Jahre 1994/1995. Und in Spanien ringen seit ewigen Zeiten nur die Rivalen Real und Barca um die Meisterschaft.

Um nach Deutschland zurückzukehren: Dass eine Hälfte der Bundesligaklubs keine größeren Ziele haben kann, als durch einen glücklichen Zufall ganz eventuell einmal in die Europa League hineinzurutschen, bringt manchen Funktionär in arge Bedrängnis. Welcher Anhänger fügt sich schon gerne in eine solche Perspektivlosigkeit. In Kaiserslautern gab es diese Diskussion ebenfalls, als Ex-Präsident Rene Jäggi einmal davon sprach, der FCK können sich glücklich schätzen, in der Bundesliga zu spielen. Das galt damals als Tiefstapelei. Heute wissen Fans, Funktionäre und Spieler um die sportlichen Grenzen. Und vielleicht spricht sich das ja auch noch zu Wolf-Dieter Poschmann durch.

Quelle: http://de.eurosport.yahoo.com/fussball/philipp-koester/article/3304/

»Wenn der Mann in Schwarz pfeift, kann der Schiedsrichter auch nichts mehr machen.« (FCK Legende Andreas Brehme)

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